Mit alten Menschen ist wenig zu verdienen

Pflege ist nicht gleich Pflege. Wer sich um Kranke kümmert, kann relativ "gut" verdienen. In der Altenpflege dagegen liegen die Löhne weit unter denen in vergleichbaren anderen Berufen. Und im Osten ist es besonders heftig. Hier kommen Fachkräfte der Altenpflege im Schnitt auf fast 30 Prozent weniger als in der Krankenpflege, wie eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)  belegt.

So liegt das mittlere Einkommen (Median-Bruttoentgelt) laut der Studie bei Altenpflege-Fachkräften in Baden-Württemberg bei 2725 Euro. Ihre Kollegen in Sachsen-Anhalt kommen hingegen nur auf 1743 Euro. (Bayern 2709 Euro) Der deutschlandweite Mittelwert beträgt 2441 Euro. Fachkräfte in der Krankenpflege verdienen im deutschlandweiten Mittel knapp 600 Euro mehr, sie kommen auf 3042 Euro brutto. Am meisten verdienen gelernte Krankenpfleger im Saarland (3293 Euro), am wenigsten in Mecklenburg-Vorpommern (2636 Euro). In Bayern beträgt das durchschnittliche Bruottoeinkommen 3135 Euro in der Krankenpflege.

 

In anderen Branchen lässt sich deutlich mehr verdienen: Im Westen liegen die Verdienste in der Altenpflege um 18 Prozent niedriger als in vergleichbaren Berufen, im Osten sogar um 29 Prozent.

 

Untersucht wurde in der Studie auch der Anteil der Teilzeitkräfte in Pflegeberufen. In der Krankenpflege stehen dabei 293.400 vollzeitbeschäftigten Fachkräften 283.500 Fachkräfte gegenüber, die in Teilzeit arbeiten. In der Altenpflege arbeiten 103.200 Fachkräfte in Vollzeit und 116.100 in Teilzeit. Noch höher ist die Teilzeitquote bei den Pflegehelfern: In der Krankenpflege liegt sie bei 61 Prozent (48.800 Vollzeitstellen stehen hier 77.000 Teilzeitstellen gegenüber) und in der Altenpflege bei 71 Prozent (56.200 Vollzeitbeschäftigte gegenüber 135.900 Teilzeitbeschäftigten).

 

Die Gründe dafür sind in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich. In Ostdeutschland beantwortete die Mehrzahl der Studienteilnehmer die Frage, weshalb sie in Teilzeit arbeiteten, damit, dass sie keine Vollzeittätigkeit gefunden hätten. In Westdeutschland begründete es die Mehrzahl der Befragten mit ihrer persönlichen oder finanziellen Situation.

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